mARLANS sTORY

Marlan wandert in einer unbekannten Zeit und sucht ihre Weggefรคhrten. Dabei wendet sie an, was sie im Laufe der Jahre gelernt hat, spirituelle Lehren tauchen auf, werden beleuchtet, doch zum รœberleben dient die eigene Wahrnehmung der Natur, das Vertrauen in die innere Fรคhigkeit des Sehens und Vertrauen in das Gefรผhrtwerden durch Situationen der Orientierungslosigkeit hindurch, und den groรŸen Sinn hinter dem Ganzen.

Die gesamte Geschichte mit Fortsetzung findet sich jetzt auch auf https://beingalive.jimdofree.com/


Und

sie ging los, in Richtung Sรผden. Die Erde hatte sich geschรผttelt und nicht viel war an seinem Platz geblieben. So wie die Tiere sich ihr Fell schรผtteln und die Trรถpfchen nach allen Seiten fliegen, hat sie ein paar Winzlinge auf der Oberflรคche durcheinander gebracht. Die Frau hatte graues Haar, doch sie fรผhlte sich jung. Es war, als sei ein neuer Morgen angebrochen, auf den sie lange im Dunkel gewartet hatte.

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Junge ร–tzis

Nein, am Gletscher leben sie nicht. Das ist hier in Albersdorf , ganz in der Nรคhe in Schalkholz sind sogar Neanderthaler nachgewiesen worden. Albersdorf hat ein paar GroรŸsteingrรคber oder Reste davon. Nun, immerhin wurde der Rasen gemรคht fรผr die vielen BarfuรŸlรคufer.

Eine Nachgestaltung des Neanderthalerschlafplatzes…

Eine Nachgestaltung eines Rentierjรคgerlagers.

รœberhaupt sind kรผnstlerisch Begabte und handwerklich versierte Menschen hier, wie die Vorfahren sicher auch waren. Es hilft beim รœberleben. Der workshop fรผr Ledergerbung.

Man darf jederzeit Fragen stellen.

Kopfsteinpflaster

Man lรคuft viel, wenn man sich zwischen fรผnf Bรผhnen entscheiden soll. Die Touristen sind angekommen. Mir taten die FรผรŸe weh.

Ich wollte nicht die Leute fotografieren, auch wenn die kleinen Kinder schon tanzten – als einzige, ich frage mich ob das angeboren ist, und spรคter aus Scham verlernt wird. So ein groรŸer leerer Platz vor der Bรผhne…Blondล„ Black spielten Nena-Hits und gar nicht schlecht.

Und wenn man nicht auf die Leute guckt, obwohl auch das sehr amรผsant war, dann ist Garding doch ein Ort der lost places, jedenfalls in der Altstadt. Der Kunstverein ist immer der Lichtblick fรผr mich gewesen, aber wie Wolfgang GroรŸ-Freitag hier seine Bilder ausstellt, nun die Bilder sind schon immer so krass gewesen.

Es gibt eben doch den ein oder anderen leerstehenden Laden, und da kann man Kunst hineinstellen. So oder so besser als ohne Bilder…

Ich mochte dieses Unperfekte immer in anderen Lรคndern auf Reisen, wo in wunderschรถner Landschaft kaputte Plastikstรผhle stehen, und schiefe Hรคuschen und Pflasterwege, die unregelmรครŸig sind. Auch hier mochte ich das, in Eckernfรถrde als es noch anders war, in Husum, oder auch Bรผdelsdorf, wo immer ich als Fotografin unterwegs war, die Strukturen liebte. Fรผnfziger-Jahre-Fassaden aus Kacheln der Vorzeit, damals wurde wohl alles gekachelt, auch die Schriftzรผge waren so unmodern,…doch ich weiรŸ, das alles wird verschwinden.

Oder wird es schlimmer?

Man hat den Eindruck, es ist kein Geld da, aber es wird auch vieles von sogenannten Investoren aufgekauft, die dann gesichtslose Neubauten errichten. In denen kann man dann klimafreundlich wohnen. Was will man denn….In feuchten Altbauten frieren, nein. Man will sie aber ansehen…

Wir befinden uns mitten im Verfall.

Junge Punkbands singen die gleichen Texte wie andere vor 66 Jahren. Sie sind genauso wรผtend, auf alles, das establishment und die Alten, sie sind laut und sonst nicht viel.

Aros

Das Buch ist auf englisch, es begegnet mir gerade eben durch ein Interview, das der Freund einer Bekannten mit Aros machte. https://www.youtube.com/watch?v=Z8-bIldyEDQ&t=546s

Solche Menschen sind auch mir unterwegs begegnet, ein Schatz an Erfahrungen und Lebenswegen, der spirituellen Reisen , der Mutigen die sich auf den Weg machten. Ernesto hat auch ein Buch geschrieben, auf deutsch, wenn ich es bekomme, kann ich was darรผber sagen. Aros ist Schwede und spricht deutsch im Interview.

Und auf die Delphine bin ich nun auch gespannt, ob sie mir bald selbst begegnen, ich taste mich einmal vor mit den inneren Fรผhlern…

Schreiben

Ich habe mir ein paar videos der „Romanschule“ angehรถrt. Nun habe ich mich so daran gewรถhnt, kurze Texte zu schreiben und sie werden immer kรผrzer. Weil ich so viele Fotos mache, illustrieren diese auch gut und gerne diese Texte, und ersetzen quasi die Beschreibungen. Das kommt in einem Roman allerdings nicht vor. Und wenn ich hรถre, was fรผr Gedanken man sich da machen muss…oder sollte, damit ein Roman รผberhaupt lesbar und interessant ist! Sie haben ja recht.

Bei so manchem Buch hatte ich aber schon den Eindruck, dass es entlang des Konzeptes geschrieben ist, sich nicht wirklich mit Leben fรผllt. Und das kann durchaus an den sprachlichen Fรคhigkeiten des Autors liegen. Gedruckt wurde es trotzdem. Weil wir Lesehunger haben, muss immer mehr auf den Markt….

Mein Datenlimit ist schon fast wieder erreicht , nach ein paar Monaten, durch die vielen Fotos. Da รผberlege ich schon, ob es noch andere Mรถglichkeiten gibt, ohne mehr zu bezahlen, zu schreiben, was mir Freude macht.

Oben -Weidenrรถschen im Vorgarten.

Weidenrรถschen in der Kรผche. Linien und Formen, Schatten, Wirrnis, Flรคchen. Das ist auch real, eine Sichtweise, die mit allgemeiner Schรคrfe von allem nicht erreicht wird.

Eine ziemlich gute kleine Serie fand sich trotz der FuรŸballspiele in der ARD mediathek:“ Die Diplomatin“. Da ist alles erfรผllt, was Spannung erzeugt, internationales Ambiente und aktuell, mit leider klarer Sicht auf manches, was in der Politik so ablรคuft oder ablaufen kรถnnte. Nun ja, die Botschafterin ist immer die Gute, und dass sie alle deutsch sprechen, ist meiner Meinung nach auch nicht nรถtig. Das gab es schon mal besser, mit echten Sprachen, die dann im Untertitel รผbersetzt waren. Es macht viel aus, die Originalsprache zu hรถren.

Ich habe nicht die leiseste Ahnung, worรผber ich je einen Roman schreiben kรถnnte.

Sonntag frรผh

Da war ich schon Brรถtchen holen, weil im nahen Friedrichstรคdtchen ein Flohmarkt angesagt war. Da es aber regnet, war das nicht sicher. Also ein paar Stรคnde gab es und ich fand auch sogleich ein hรผbsches Tablett und ging zufrieden wieder nach Hause zum Frรผhstรผck.

So im Alter wรคre das schon ein netter Ort, abgesehen vom Kopfsteinpflaster fรผr den Rollator…

Apropos Alter: Da sah ich gestern ein Interview mit Mick Jagger, der nun Geburtstag hat. https://www.youtube.com/watch?v=vEb1boevBt4&t=1779s Auf englisch natรผrlich, ich wuรŸte ja gar nicht, dass er so nuschelt…Ein frรผhes Idol von mir, und warum nicht. Er ist nun doch tatterig, kann ja immer noch Vorbild sein, und Keith Richards ist auch nicht so schlecht wie man so denkt. https://youtu.be/i83pE5-eeJo?si=aP3EscC6gGIKbiD8. Auch er hat Arthrose in den Fingern. Die Tour wurde abgesagt. Ein Fruchtbarkeitsabgott, und ein Gegenspieler aus der Unterwelt…sie machen noch Musik.

Zu erwรคhnen auch der tolle Sender Rockradio.de, der uns Konzerte von der jรคhrlichen Zappanale sendet, immer spannend https://www.youtube.com/watch?v=c_FsfmHqskE

Ziemlich altes Zeug, schrรคges Zeug und international, Qualitรคtsmusiker, Jazzig, Highlights. Ein mehrtรคgiges Festival mit tausenden Leuten zu besuchen wรผrde ich mir niemals antun kรถnnen. Auch andere Festivals nimmt das rockradio auf, und das Bluesfest in Eutin haben wir schon รผberlegt, aufzusuchen, ist noch erreichbar und nett dort.

Frรผher mal, da war die Jazz Baltica noch in Schloss Salzau bei Kiel, und wir konnten im SchloรŸpark zelten! Das war toll, man konnte nur nicht schlafen, weil die Session im SchloรŸ bis in die Morgenstunden ging, bei dicht gedrรคngtem Publikum am Boden sitzend, und offenen Fenstern. Nils Landgren mit seiner Trompete …

Na und heute gucken wohl alle wieder FuรŸball.

Sommerpausenintermezzo Etรผde Nr 2

Das Museum fรผr Gletscherarchรคologie feierte in diesem Sommer sein 25jรคhriges Jubilรคum. Zu diesem Anlass wurden Vortrรคge gehalten, Fรผhrungen und ein internationales Treffen der Handwerksexperten fรผr Flint und Steinzeitkleidung und Ledergerbung geboten, bei dem die Besucher zuschauen durften.

Besonders der eingefrorene im Gletscher gefundene Altmensch- allgemein ร–tzi genannt nach seinem Fundort- sollte einmal ausgestellt werden in seinem Kรผhlraum. Ein bisschen gruselig war das vielleicht.

Am Abend setzten sich bereits die ersten Ankรถmmlinge um ein Feuer und besprachen die Termine, sie grillten und bruzzelten -natรผrlich Fleisch. Manche aรŸen gar nichts anderes im Bestreben, so echt wie mรถglich zu sein als Mensch der Alt und Mittelsteinzeit, sowie der Vertreter des Eiszeitmuseums. Der Duft lockte die Tiere des nahen Waldes und erweckte ihren Futterneid.

Sรคmtliche Habe und Kleidung des ร–tzi waren bereits in Kursen nachgemacht worden und insgesamt waren alle Teilnehmer gut ausgestattet. Man schlief in Rentierfellschlafsรคcken.

Allerdings war der Sommer recht warm.

So begab es sich, dass in der Nacht bei tiefer Stille, abgesehen von einigen penetranten Schnarchern, im Museum selbst der Strom ausfiel. Die Mischbatterie hatte den Wechsel von Solardach zum Stromnetz nicht geschafft. Niemand merkte es. Der Kรผhlraum wurde wรคrmer und der ร–tzi taute auf. Als er erwachte, war er sehr verwundert. Er sah nicht viel, und tastete sich an merkwรผrdigen Wรคnden entlang. Wer hatte ihn hier eingesperrt, er war doch auf der Flucht gewesen!?

Nun, irgendwie fand er einen Weg hinaus, und erblickte dort im AuรŸengelรคnde manches Vertraute, so dass er sich in einem Dorf wรคhnte. Sofort erweckte die glimmende Feuerstelle mit den Essensresten sein Interesse. Es erschien ihm nicht sehr gefรคhrlich.

Manches verstand er einfach ganz und gar nicht…diese Bewohner schienen Zauberer zu sein und vielleicht sollte er sich doch erst einmal verstecken und beobachten.

Am nรคchsten Morgen versammelten sich verkaterte Bewohner des temporรคren Dorfes und teilten die Aufgaben zu. Ein Gewirr aus verschiedenen Sprachen begann und man kannte sich ja nicht immer.

Aus dem Museum ertรถnten Schreie: Der ร–tzi war gestohlen worden! Um Himmels Willen! Die Polizei wurde sofort benachrichtigt, allerdings sollte das vor dem Publikum doch lieber geheim gehalten werden. Als um 11 Uhr die Tรผren geรถffnet wurden, breitete sich schon ein Hitzeflimmern aus auf dem Gelรคnde, das nicht viel Schatten bot.

Kleine Grรผppchen beugten sich รผber ihre jeweiligen Arbeiten, trugen aber nur noch Lendenschurze , die Mรคdchen kurze Kittel aus Rehleder mit fantasievollen Fransen und Gรผrteln, wie man sie noch nie in irgendwelchen alten Grรคbern gefunden hatte.

Fast sahen sie aus wie Nacktcamper auf einem naturnahen Platz.

Nun sah der Altzeitmensch im Wald den Moment gekommen, sich zu nรคhern. Er fiel ja gar nicht so sehr auf. Tatsรคchlich erreichte er einige junge Leute, die sich am Flintschlagen von Pfeilspitzen versuchten, eine sehr schwierige Kunst. Er sah eine Weile zu und ergriff dann seine Chance: Mit zwei Steinen zeigte er den anderen, wie es geht.

“ Ach du bist sicher der Experte aus Finnland“, Ubu? “ fragte man ihn. Grmpff. Er lรคchelte scheu. Ubu, warum nicht. Bewundernswert geschickt stellte er diese Werkzeuge her! Ubu/ร–tzi beobachtete, dass die anderen ganz รคhnliche Kleidung trugen wie er, konnte sich aber an diesen Stamm รผberhaupt nicht erinnern. Sicher, er war immer weit gewandert, mit Schuhen , das war ein enormer Fortschritt. Hier schien man barfuรŸ zu laufen, einen BarfuรŸpfad gab es durch das ganze Dorf. Aber nun erschienen ganz seltsame Leute in bunten Fetzen, mit Rucksรคcken die rollten, und allerlei mehr, so dass ร–tzi doch zweifelte, ob er nicht in einem Traum war oder etwa schon in der Anderswelt, wo sich Gestaltwandler und Dรคmonen herumtreiben sollten.

Das ganze Dorf wurde bereits von Sicherheitskrรคften umstellt und durchsucht, wรคhrend der lebendige ร–tzi immer mehr Zulauf fand und bewundert wurde.

Mittags ging die ganze Truppe zur AuรŸenkรผche, wo andere bereits ein Mahl zusammengestellt hatten aus Beeren und Eiern, aus Hรผhnerbeinchen und Brennesselgemรผse, so dass ร–tzi eindeutig nun das ganze Erleben einem Traum zuordnete. Nur Igel in Lehm gebacken schien man nicht zu kennen.

Herr K, der Museumsleiter, irrte verzweifelt durch die Hรคuser und hoffte, die Presse wรผrde keinen Wind von der Sache bekommen, dass sie ihr wichtigstes Ausstellungsstรผck verloren hatten, gar einzigartig und unersetzlich. Er kannte diesen ร–tzi in-und auswรคndig.

Und so war es gar nicht verwunderlich, dass ihm dieser Gast auffiel, der so kunstreich und wortkarg die Pfeilspitzen herstellte, einen ganzen workshop um sich versammelt. Herr K. glaubte seinen Augen nicht zu trauen!

Was sollte er tun? Man wรผrde ihn doch glatt fรผr verrรผckt halten. Aber- das konnte man sich doch nicht entgehen lassen- ein lebendiger ร–tzi war tausendmal besser als so ein eingefrorener. Dieser Meinung war ร–tzi auch, und er merkte schnell, dass er einen Freund gefunden hatte, der sich nun um ihn kรผmmerte. Besser konnte das Leben doch gar nicht sein, vor allem nicht mehr so kalt wie auf dem Gletscher.

Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch….-

797 Wรถrter

Die Geschichte wollte mir nicht mehr aus dem Kopf…https://steinzeitpark-dithmarschen.de/Ich habe schon รถfter an diesem jรคhrlichen Steinzeittreffen teilgenommen, welches Nรคchste Woche vom 21. bis 25. Juli wieder stattfindet. Man darf gespannt sein, ob sich dort ein echter Steinzeitjรคger findet.

Buchstabensalat

Die alten Gaststรคtten auf dem Lande stehen oft leer, jahrelang und unwiderruflich, denn riesige kaputte Hรคuser mit Denkmalpflegeauflagen kann sich kein vernรผnftiger Mensch leisten und sich das antun. Es gibt schon tolle alte Scheunen und Hรถfe, die renoviert wurden, aber mit heutigen Heizungsproblemen wird es schwierig.

Abgesperrt wird es dann im Lauf der Jahre, weil etwa der Balkon herunterstรผrzen kรถnnte. Ist es soweit, darf man es dann abreiรŸen? Nun, es steht in der Altstadt von Garding. Die Bรผhne wurde auf einen anderen Platz verlegt. Abseits der Musikabende ist auch so gar nichts los in der kleinen Innenstadt, dennoch gibt es ein paar teure Designmรถbel-und ein Kleidergeschรคft mit so traumhaften Kleidern – und Preisen , dass man sich ein Haus dafรผr kaufen kรถnnte.

Wohl fรผr die reichen Hamburger, die Ferienhรคuser besitzen?

Jung war die Band des Abends, 14 bis 16 Jahre alt und alle Achtung, in der prallen Sonne standen sie und gaben ihr Bestes. Ein bisschen schief, aber sรผรŸ und alle waren vorher beim gleichen Friseur. Eins meiner liebsten alten Lieder spielten sie: On a horse with no name https://youtu.be/na47wMFfQCo?si=BrVSgVdsILG_tLPi (leider Werbung vor der Musik)

Das fand ich รผberraschend, dass nicht die alten Musiker, von denen es genug gibt, so ein Stรผck aussuchen, sondern die ganz Jungen! Radical Scream heiรŸen sie, wobei es eher sanft klang.

Gefallen hatte mir auch Proper Tea, wegen des Gesanges, der ganz eigenwillig und rhythmisch klang. Manchmal geht das unter, bei den vielen Gesprรคchen drumherum.

Und es war heiรŸ. Musik drauรŸen finde ich am besten, weil man die Entfernung selbst bestimmen kann….

Schwarzer Sand

Sommerpausenintermezzo-Etรผde


Alljรคhrlich fรผllten die Urlauber jeden space des dunklen Strandes, bedeckten diesen mit bunten
Tรผchern und Taschen und massigen Kรถrpern, auf denen die Sommergraffity ihrer zahlreichen
Tattoos sichtbar wurden.
Bedeutungsvoll schienen diese gar nicht unbedingt zu sein, da es sich meist um verschnรถrkelte Muster handelte, die einem Kleidungsstรผck erstaunlich nahe kamen. Sie waren nackt – ohne nackte Haut.
Kleine Kinder durften hier nackig umherlaufen.
Hanni und Wanni, ein deutsches Ehepaar in mittleren Jahren , quรคlten sich mit Flip Flops den heiรŸen Sand entlang, in dem man tief einsank. Das fรผllige Paar schlurfte mรผhsam vorwรคrts, beladen mit allerlei Zeug, um in den Schatten eines der Felsen zu gelangen. Die besten Plรคtze aber waren bereits besetzt, in einer Reihe drรคngten sich die Nacktcamper des Tages, die sich frรผh am Morgen niedergelassen hatten.


Es half ein starker Wind, der die Gischt des wilden Atlantiks hoch aufspritzen lieรŸ, allerdings
wirbelte er auch trockenen Sand in die Luft, der sich รผberall drauf setzte und kleben blieb.
Allerfeinste Kรถrnchen gerieten in die Obststรผcke, die Hanni gleich nach dem Erreichen eines leeren Halbrunds aus Steinen ausgepackt hatte. Dieses Mรคuerchen sollte eigentlich schรผtzen vor dem Wind. Vergeblich versuchten sie ihre Badetรผcher als schattiges Dach zu errichten.
Es flog einfach alles davon.
Das leckere Obst indes hatte offenbar den Futterneid jeglicher Seevรถgel aus den nahen Felswรคnden geweckt. Wรคhrend Wanni eine Spalte der roten Melone von Kernen und Sand zu sรคubern versuchte, stรผrzte sich eine riesig erscheinende Mรถwe mit einem Schrei herab und Wanni lieรŸ alles fallen, um erschrocken den Angriff abzuwehren.
Sogleich schnappte die nรคchste Mรถwe das Melonenstรผck mit dem scharfen Schnabel und segelte flach in Richtung des Wassers davon, die anderen Vรถgel jagten hinterher.
Zeternd und schimpfend sowohl die Vรถgel als auch die Menschen, erkannten die letzteren, dass Unsportlichkeit sich in der Natur grausam rรคcht.


Allein das Aufstehen vom Boden strengte die รคltere Dame sichtlich an, vor lauter Hitzeflimmern wurde ihr gleich schwummerig.
Da erscholl ein lautes Aua aua -Geschrei รผber ihren Kรถpfen, wie es den Pardelas zu eigen ist, die in der hohen Bergwand nisten. Keiner der Tagesgรคste rรผhrte sich, man wurde einfach zu trรคge und die gnadenlose Sonne stand im Zenit.


โ€žIch glaube, wir gehen lieber wieder an den Pool im Hotelโ€œ, sagte Hanni, und kรคmpfte mit dem
Badeanzug. Ein bunter pareo sollte den dicken Hintern verschleiern. Trotz des allgemeinen
Wassermangels auf der kleinen Kanareninsel hielten mehrere Hotels wohl gefรผllte saubere
swimming pools sowie Duschen bereit.
Sie wollten an der Wasserkante entlang, wo der Sand etwas fester war. Einmal mit den FรผรŸen ins Meer. Sie brachen ihre Zelte ab und stapften mit den gepackten Taschen zur Brandung, die zischte und brodelte und erfrischende Gischt รผber sie sprรผhte. Die Mรถwen hatten sich weiter drauรŸen zu einem Fischerboot begeben und umkreisten dieses.

Ein nackter junger Mann stand im Weg, schรถn anzusehen mit gebrรคunter Haut und langem Haar. Er hatte FuรŸstapfen im nassen Sand hinterlassen wie einen BarfuรŸpfad, dessen Abdrรผcke sogleich von strudelnden Wellen gefรผllt wurden.
Der Junge hielt die Arme ausgestreckt und die Augen geschlossen. Er sang ein monotones Lied, eine Art Mantra aus zwei Worten, die sich immer wiederholten.
Und da kamen sie: die Delphine!!
Unsere schnaufenden Urlauber blieben stehen und schauten nun endlich auf das unendliche Meer hinaus, das in der Sonne glitzerte, sahen die glรคnzenden Rรผcken auftauchen und springen und riefen voller Aufregung รผber dieses Bild der Freiheit, welches sie in einem Pool niemals entdecken wรผrden. Der junge Mann war in eine echte lebendige Freiheitsstatue verwandelt, ein Bild von wildem Leben im Einklang mit den Elementen.
Hanni lieรŸ die Taschen fallen und stรผrzte sich mit einem lauten Klatschen ins Wasser. Und sie fรผhlte sich viel viel leichter. Die wahre Freiheit ist doch Bewegung, wie bei den Delphinen.

12 von 12 im Juli

Alle Beitrรคge bei Caro https://draussennurkaennchen.blogspot.com/2026/07/12-von-12-juli-2026.html

Heute ist Sonntag. Ich kam nach 12 ins Bett, und sortierte vorher noch die Fotos, die ich auf der wunderbaren Musikerparty machte, wo ich in der Hรคngematte lag und den Bands lauschte, etwas tanzte und auch mit dem Hund am Kohlfeld spazieren ging. Manche wohnen so weit drauรŸen, dass sie da so was alles machen kรถnnen.

Einen Kaffee brauchte ich dann schon heute morgen, um in die Pรถtte zu kommen, und schickte einige der Musikvideos an Freunde, blickte in den seltsamen Himmel, spielte mit Chilli im Garten und musste wieder zur Rosenschere greifen, um unliebsame Triebe zu kappen.

Es wird doch recht warm, aber ans Wasser wollen heute alle…ich beschlieรŸe, mich doch auf dem groรŸen Flohmarkt am Heider Marktplatz umzusehen. Mit dem Auto, welches mir seit 16 Jahren treu dient, muss ich ja mal sagen, wo die Firma nun immer in den Nachrichten erscheint…Ja, das ist ein Stรผck Freiheit. Witzig war die junge Frau , die mit ihrem Elektroauto den Flohmarkt verlassen wollte, das aber immer von selbst stoppte, sobald jemand dahinter vorbei lief. Da waren viele Leute….da war keine Freiheit mehr, selbst zu entscheiden.

Und Massen von Dingen, Stรคnden, so viele kleine Hunde. die in die Sonne geschleppt werden…mich verlieรŸ bald die Lust, aber dann fand ich doch ein Paar Sandalen, die ich dringend brauche.

Ich nรคhte sie zuhause um, weil sie etwas zu groรŸ waren.

Von der Stadt Heide kommen hier zwei Bilder: der Hinterhof , und der unsรคgliche Neubau- ein Hotel!- am alten Busbahnhof. Man fragt sich, wer hier so ein Hotel braucht? Schรถn wird es jedenfalls nicht.

Zuhause wieder angekommen, unter den Sonnenschirm mit diesem Buch, welches ein alter esoterischer Schauerroman ist, den man wirklich mit gemischten Gefรผhlen liest, wenn man sich einmal die Biografie der Autorin zu Gemรผte gefรผhrt hat. Wer weiรŸ, was sie selbst erlebt hat…https://de.wikipedia.org/wiki/Marion_Zimmer_Bradley Eindeutig geht es nicht nur um Missbrauch und schwarze Magie, sondern auch um deren Faszination.

Interessant deshalb, weil ihre Romane Welterfolge waren.

Der Tag wird ruhig ausgehen, Freund und gutes Essen.

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